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Grunenbergs Rekordlauf

Karol Grunenberg vom ASV Duisburg stellte beim 2. OSC-Sparda-Lauf im Rheinhauser Volkspark mit 31:44 Minuten eine neue Bestmarke auf. Der Vorsitzende des OSC Rheinhausen Jürgen Keusemann erhielt die Silberne Ehrennadel des Leichtathletikverbandes Nordrhein.

 

Wild suchend lief Richard Winkler im Volksparkstadion umher. „Wo ist bloß meine Frau“, fragte der Mitorganisator vom OSC Rheinhausen, während sich die 141 Starter des 10 000-Meter-Hauptlaufs noch auf der Strecke befanden. „Sie hat die Kasse“, schob Winkler nach – und mit einem breiten Grinsen vermutete er: „Wahrscheinlich ist sie schon am Flughafen.“

Ob es gereicht hätte, um sich ins Ausland abzusetzen, ist unklar. Aber die OSC-Kasse hatte beim elften „Lauf um und durch den Volkspark“, der am Sonntag zum zweiten Mal unter dem Namen „OSC-Sparda-Lauf“ über die Bühne ging, kräftig geklingelt. 389 Teilnehmer hatten für die insgesamt fünf verschiedenen Strecken der Veranstaltung gemeldet, 364 gingen tatsächlich an den Start. „Das ist mehr als wir erwartet hatten“, freute sich Jürgen Keusemann. Dabei hatte der Vorsitzende gleich aus mehreren Gründen mächtig gute Laune. Zu Beginn der Veranstaltung erhielt Keusemann, der seit 1996 beim OSC im Amt ist, für seine Verdienste und Förderungen die Silberne Ehrennadel des Leichtathletikverbandes Nordrhein. Und da auch das Wetter passend zur Veranstaltung eine Regenpause einlegte, war auch der Besuch im Volkspark rege. „Wir hatten richtig Glück“, so Keusemann, „um sechs Uhr morgens sah es noch kritisch mit dem Regen aus. So können wir sehr zufrieden sein. Und dass dann noch so ein fantastischer Streckenrekord dabei heraus gekommen ist, zeigt, dass unsere Veranstaltung auch bei den richtig guten Läufern inzwischen angekommen ist.“

Damit sprach der OSC-Boss die 31:44 Minuten an, die Karol Grunenberg zum Gewinn des Hauptlaufs brauchte. Damit unterbot der Mann vom ASV Duisburg den Rekord von Tobias Severin aus dem Jahr 2011 um satte 1:42 Minuten

Svenja Ojstersek verteidigt Titel

„Nach ein paar Wochen Krankheit und Trainingsausfall jetzt hier den Streckenrekord aufgestellt zu haben, freut mich natürlich“, sagte Grunenberg, der somit auch die interne Vereinsmeisterschaft gewann, die der ASV bei dem Lauf austrug. Dass Grunenberg einem Teamkollegen bei dessen Rekordversuch damit einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, war dem Sieger nicht bewusst. „Ich hatte keine Ahnung, dass Michael den Lauf in den letzten beiden Jahren gewonnen hatte. Da hätten wir ja einen Deal machen können“, zwinkerte Grunenberg. So vermochte es Michael Schramm in 35:02 Minuten nicht, das „Triple“ beim Volksparklauf zu holen und musste auch noch Tobias Jazbec (34:01) vorbeiziehen lassen. „Es wäre natürlich schön gewesen, meine letzten Siege hier mit einem Hattrick zu krönen. Aber ein dritter Platz und Dreifacherfolg des ASV ist auch ein tolle Sache.“

Die Chance auf das Triple hat im nächsten Jahr nun eine Dame. Mit ihrer Zeit von 37:52 Minuten unterbot Svenja Ojstersek ihre Siegerzeit aus dem Vorjahr noch einmal um 4:17 Minuten und lief knapp vor Melanie Weiß (37:53, TuSEM Essen) als schnellste Frau und Gesamt-Elfte ein. „Mein Ziel war eine 37er-Zeit, dass habe ich geschafft“, freut sich die erst 20-Jährige schon auf ihren Rekordversuch im nächsten Jahr.

Apropos Frau: Richard Winkler hielt die Kasse am Ende wieder in seinen Händen und grinste: „Meine Frau hatte wohl Gewissenbisse. Das beruhigt mich etwas.“

Quelle: WAZ, Lokalsport Duisburg, Sven Kowalski, 30.06.2014