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OSC-Sparda-Lauf: sportlich und familiär

Duisburg. Rund um den Volkspark in Rheinhausen gingen gestern wieder Läufer in verschiedenen Altersklassen und Disziplinen an den Start. Mit dabei waren auch die Nachwuchsläufer Luis und Simon. Von Tim Harpers

Simon (13) und Luis (12) stehen an der Startlinie, ihr Blick ist starr nach vorne gerichtet. Einmal siegen, der schnellste sein - man sieht den beiden Jungen an, dass sie voll auf das Rennen fokussiert sind, das vor ihnen liegt. Beide tragen einen dunklen Laufdress, wie die Erwachsenen, die nach ihnen auf die Piste gehen werden. Es wird einen Hochstart geben, 1,8 Kilometer voller Adrenalin liegen vor den Jungläufern. "Auf die Plätze", ruft der Starter. Simon und sein Freund nehmen ihre Position ein. Dann fällt der Startschuss. Die Kräfte von etwa 40 Schulkindern explodieren gleichzeitig. "Ich will der erste sein, der dass Stadion verlässt", scheinen Einige zu denken. "Mama, schau her wie schnell ich bin", sagen die Blicke von Anderen.

Interessanter hätte der 11. Sparda-Lauf des OSC Rheinhausen, der gestern im Volksparkstadion stattfand, nicht beginnen können. Über 300 Läufer aus Duisburg und Umgebung machten sich dort auf die Laufstrecken von fünf, zehn und 1,8 Kilometern Länge. Schon gegen 10 Uhr morgens ging es auf dem Gelände am Rheinhauser Volkspark geschäftig zu. Sobald die ersten Läufer um Luis und Simon das Stadion verlassen hatten, kam Bewegung in die bunte Menge. Laufsportler aus der gesamten Region und die Eltern der teilnehmenden Kinder kamen miteinander ins Gespräch und informierten sich an den Infoständen der Johanniter und einiger Physiotherapeuten über den Laufsport und die Behandlung damit verbundener Krankheiten. "Wir sind absolut zufrieden", bilanzierte OSC-Lauforganisator Richard Winkler. "Wir hatten in den letzten Jahren immer konstante Teilnehmerzahlen. Auch in diesem Jahr haben wir das uns gesteckte Ziel erreicht."

Nach etwa sechs Minuten Durcheinander ertönt der mahnende Ruf des Stadionsprechers aus den Lautsprechern. "Bitte machen Sie die Strecke frei. Unsere Sportler kommen", ruft er. Hektik bricht aus. Eine Mutter schiebt eilig ihren Kinderwagen aus dem Weg und die Walker des Rumelner TV, die die zehn Kilometer in einem gemächlichen Tempo angehen wollen, beeilen sich, ihre Laufstöcke aus der Spur zu bringen. Nach weiteren zehn Sekunden hört man es klingeln. Die radelnden Rennbegleiter in gelben Warnwesten erscheinen am Eingang des Vereinsgeländes. Wenig später biegen die ersten Läufer um die Ecke. Einige tragen blau. Simon und Luis sind aber nicht dabei. "Auch wenn ihr nicht gewinnt, ihr wart schnell", ertönt es aus den Lautsprechern. "Ihr könnt stolz auf euch sein." Leere Floskeln, ein Blick ins Gesicht der jungen Läufer verrät, worum es ihnen wirklich geht. Zumindest für die Spitzengruppe zählt nur der Sieg und sonst nichts. Die Gäste wollten es überhaupt nicht anders: "Eine tolle Veranstaltung", fand zum Beispiel Läuferin Ella Trücker. "Der Sparda-Lauf ist sehr familiär. Hier steht noch der Sport im Vordergrund und das ist gut so."

Simon und Luis biegen erst um die Ecke, als der Sieger längst im Ziel ist. Auf den letzten Metern legen beide noch einmal an Geschwindigkeit zu. Am Ende gehen sie beinahe zeitgleich über die Ziellinie und fallen ihren Eltern in die Arme. "Im nächsten Jahr gewinne ich", sagt Simon mit Blick auf seinen Kontrahenten. "Versuchs doch", antwortet Luis. "Aber pass auf, ich werde bestimmt nicht langsamer."

Quelle: Rheinische Post, Lokalsport Duisburg, 30.06.2014